Im Spotlight: Nadia Meli Im Spotlight

Wir befinden uns im Freudentaumel, denn die junge, super talentierte Fotografin Nadia Meli hat sich fleißig durch unseren Spotlight-Fragebogen gewühlt und ihr Herz geöffnet und uns somit einen Einblick in ihre Welt erlaubt.

Im Spotlight: Nadia Meli

Erzähle uns ein wenig über dich selbst?
Mein Name ist Nadia (ja, mit „i“! :)), ich lebe in Deutschland bin aber Italienerin. Lange Geschichte :). Ich mag Geschichten. Und italienisches Essen. Am Liebsten verbringe ich Zeit mit geliebten Menschen und mit Büchern. Ich liebe den Duft des Sommers.

Wo ist dein Zuhause?
Nirgends. Mein Herz ist meistens rastlos und ich habe Dauer – Fernweh. Aber wenn du den Wohnort wissen möchtest: Das ist momentan Siegburg.

Du könntest dir ein neues Zuhause aussuchen. Wo würde es dich hinziehen?
Kalifornien wegen der Sonne. Paris wegen der Nostalgie.

Wann hast du zum ersten Mal die Kamera in die Hand genommen?
Im September 2005 in London.

Wie lange arbeitest du schon in der Hochzeitsfotografie?
Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit :) Aber erst seit März 2010.

Wie beschreibst du Deinen Fotostyle?
Ich stehe auf Natürlichkeit. Auf lebendige Bilder die Geschichten erzählen. Mein Style ist unbeschwert und echt. Ich halte es gern einfach, möglichst natürlich und ungezwungen.

Was inspiriert dich?
Sorry für die Wiederholung, aber es sind wieder mal: Geschichten! Wenn Paare mir ihre Geschichte erzählen, dann entstehen in meinem Kopf noch während sie reden, die Bilder dazu. Natürlich inspirieren mich auch andere Künstler und ihre Arbeit. Ich bin immer wieder überwältigt, was es für kreative Köpfe da draußen gibt! Ich liebe es durch Blogs zu stöbern und zu bewundern (manchmal zu beneiden ;)) was andere für tolle Sachen machen. Manchmal ist es auch einfach nur ein Gegenstand oder eine Situation die den Anstoß und die Inspiration für ein Shooting gibt. Einmal habe ich z.B. ein antikes Hochzeitskleid in einem Second Hand Laden gefunden und hatte sofort ein Bilderbuch im Kopf. Also hab ich es gekauft und in die Tat umgesetzt. :) „Inspiration lies everywhere“ steht auf meiner Website und ich glaube fest daran, dass es so ist. Zum Beispiel finde ich die neue IKEA Werbung im Fernsehen wunderschön und total inspirierend.

Fotografie wird von Trends bestimmt. Welchen Trends folgst und liebst du?
Ich bin eine Zeitlang auf bestimmte Züge aufgesprungen, z.B. den Vintagestil in der Bildbearbeitung oder den Trend, einen halben Flohmarkt zu jedem Fotoshooting mitzuschleppen. Inzwischen versuche ich niemandem nachzufolgen und auch keine Trends mitzumachen. Dieses Jahr war für mich ein „Findungsjahr“. Ich habe angehalten und mich gefragt, wer ich bin und welche Art von Fotos mir eigentlich am Herzen liegen, welche Bilder ich selber auch ansprechend finde und was ich für Fotos machen möchte. Ich verzichte seit einiger Zeit z.B. bewusst auf zu viele Accessoires. Der Grund liegt darin, dass ich mich herausfordern möchte, ohne äußere Hilfsmittel ein besonderes Foto zu erschaffen. Es ist einfacher ein tolles Foto zu schießen, wenn man einen tollen Hintergrund oder ein paar hübsche Accessoires ins Bild stellt. Aber es ist meistens schwieriger, ein Bild einfach nur „sein“ und „wirken“ zu lassen, ohne sich irgendwelcher Hilfsmittel zu bedienen. Das übe ich im Moment und darin möchte ich besser werden. Ich möchte in einem Shooting die Essenz der Person zeigen: die Beziehung zweier Liebender, wie sie sind, ihre Liebe, ihre Nähe, den Spaß den sie miteinander haben … das möchte ich schaffen auf Bild zu bannen, ohne es mit Luftballons zu verschönern (aber ich mag Luftballons! :)). Ich möchte meine eigene Spur fahren und die soll darin bestehen, ehrliche und echte Bilder zu schaffen in denen sich die Person selbst wiederfindet.

Wie viele Hochzeiten fotografierst du im Jahr?
2010 waren es 35. Ich würde mich gerne auf ca. 20 – 25 einpendeln um gesund und kreativ zu bleiben.

Wie schaffst du es, dass Brautpaare und Hochzeitsgäste so natürlich vor deiner Linse wirken?
Indem ich ihnen sage, dass ich nichts von ihnen erwarte. Ich versuche ihnen jeden Druck zu nehmen, sie müssten irgendwas leisten – sie sollen einfach nur Spaß haben. Ich glaube, viel hängt mit meiner Persönlichkeit zusammen und in Folge dessen, mit der Beziehung die ich zu den Paaren entwickle. Ich rede viel und lache laut und das überträgt sich auch ein wenig auf die Menschen die ich fotografiere. Aber wenn es Paaren mal schwer fällt, sich vor meiner Kamera miteinander zu beschäftigen, dann denke ich mir Posen bzw. Bewegungen aus, die eine natürliche Reaktion (=Lachen) provozieren können. Und meistens funktioniert spätestens das. Ich mache mich beim Fotografieren auch gern zum Affen, wenn das irgendwie hilft. :)

Was war bisher dein schönster und unvergesslichster Moment auf Hochzeiten?
Es gab keinen bestimmten, Hochzeiten sind per se schon schön und unvergesslich. Aber was ich am allermeisten liebe ist wenn ich auf Hochzeiten als Teil der Familie aufgenommen werde und mit der Masse verschmelze als gehöre ich dazu. Da geht mein Herz auf.

Was wäre dein Traumziel für eine Hochzeitsreportage?
Oh das sind sehr viele … ein Traumziel erfüllt sich im Neuen Jahr: eine Hochzeit in meiner Heimat Sizilien!

Du hättest nur eine einzige Linse zur Auswahl, um Hochzeiten zu fotografieren. Welche würdest du auswählen?
Mein Liebling: 50 mm 1.2

Was würdest du Brautpaaren auf ihrer Suche nach dem richtigen Hochzeitsfotografen empfehlen?
Hinter die Preisliste zu schauen! Wer ist die Person dahinter und mag ich sie auch und nicht nur ihre Fotos? Es ist himmlisch, wenn die Persönlichkeiten von Brautpaar und Fotograf zusammenpassen – dann herrscht so eine tolle Dynamik die einen ganz besonderen Zauber hat. Das merkt man natürlich auch den Fotos an. Man teilt als Fotograf einen der wichtigsten Tage im Leben dieses Paares; es ist einfach wichtig, das man als Menschen, nicht nur als „Kunde-Dienstleister“ gut miteinander kann. Man sollte natürlich auch zu 100 % hinter dem Stil des Fotografen stehen, für den man sich entschieden hat. Sowohl sein Reportage – als auch sein Portraitstil sollten dem entsprechen, was man sich selber wünscht.

Wenn du für einen Tag ein anderer Hochzeitsfotograf sein könntet. Wer würde es sein?
Niemand. Ich habe die unfassbare Möglichkeit bekommen, meinen Traum zu leben. Und das würde ich nie hergeben wollen.

Gibt es andere Hochzeitsfotografen, die dich inspirieren?
Oh, lange Liste. Ich liebe die journalistischen Reportagen von Artur Voth sehr. Rudi Töws inspiriert mich wegen seines unendlichen Lerndrangs und dem Wunsch, andere zu fördern. Er hat mich von Anfang an ermutigt hat und steht mir bis heute mit Rat und Tat zur Seite. Jasmine Star inspiriert mich weil sie furchtlos ihren eigenen Weg geht. Jose Villa liebe ich wegen den wunderbaren Farben seiner Bilder. Andria Lindquist wegen ihres ehrlichen, echten Stils. Die Liste ist aber noch länger, ich hör mal hier auf. :)

Gibt es eine Person auf der Welt, die du liebend gerne fotografieren würdet?
Oh ja die gibt es! Es ist lustigerweise die Mutter einer Freundin von mir. Sie ist Eritreerin und eine Frau, die eine unglaubliche Würde ausstrahlt. Als ich sie das erste Mal gesehen habe, hat es mir den Atem verschlagen. So eine Anmut und Weisheit habe ich noch nie vorher in einem Gesicht gesehen. Bis jetzt hat sie nicht eingewilligt *lach*, sie ist sehr zurückhaltend. Ich hoffe ich darf diese wunderschöne Frau irgendwann mal der Welt zeigen.

Du hast eigene Workshops ins Leben gerufen, in denen du dein Wissen mit anderen aus der Hochzeitsbranche teilt. Was versprichst du dir davon?
Meine Mama hat mir beigebracht zu teilen! Und genau das versuche ich zu tun. Sei es über meinen Blog oder mit Workshops oder in Emails. Mir ist klar, dass ich nicht der hellste Stern am Himmel bin und es Fotografen gibt, die mehr wissen, länger dabei sind und mehr können als ich. Aber ich bin der Überzeugung, dass man das, was man bereits gelernt hat, auch weitergeben kann. Egal, wie lange man schon fotografiert oder was man weiß – es gibt immer jemanden, dem man helfen kann. Ich wünsche mir durch die Workshops andere zu inspirieren, erstens, ihren eigenen Weg zu finden und zweitens, andere mit auf den Weg zu nehmen. Es wäre klasse wenn ein Netzwerk entsteht, in dem sich Fotografen gegenseitig die Hand reichen und vorwärts pushen. Das ist ein Traum, auf den ich hinarbeite.

Gibt es eine spezielle Marketingstrategie für dich?
Ja! Nadia Meli :). Ich versuche mich selber zu vermarkten und nicht nur meine Bilder. Aus dem oben genannten Grund, dass es wichtig ist, wenn Paar und Fotograf sich gut verstehen, möchte ich nur mit Menschen zusammenarbeiten, die mich als Ganzes mögen und nicht einfach nur mal schnell Fotos brauchen. Ich finde es außerdem wichtig, keine Insel zu sein, sondern in ein Netzwerk eingebunden zu sein. Mit anderen Fotografen zusammenzuarbeiten und Beziehungen zu bauen. Das ist nicht nur hilfreich, sondern auch total bereichernd! Gute Beziehungen zu anderen Fotografen und Dienstleistern bringen eventuell nicht nur Jobs, sondern erweitern den eigenen Horizont und bringen im besten Fall wunderbare Freundschaften hervor. Man kann voneinander lernen, sich miteinander freuen und miteinander leiden. Und last but not least: Ich nutze fleißig Social Media Marketing, besonders Facebook. Fotografen haben heutzutage so einen Vorteil gegenüber früher. Man kann durch das Internet die ganze Welt erreichen. Und es wäre schade, diese Chance ungenutzt zu lassen.

Gibt es einen Tipp, den du anderen aus der Branche geben kannst, die sich gerade auf dem Markt etablieren möchten?
Leidenschaftlich zu sein. Wenn man sich an seinem Traum festbeißt, dann kann man ihn früher oder später verwirklichen. Nicht aufgeben, sondern weitermachen, es wird sich lohnen.

Dürfen wir dein Lieblingsfoto zeigen? Beschreib uns kurz, was du daran so liebst und wie es zustande kam?
Ich habe viele Lieblinge. Eins meiner allerliebsten Fotos ist eins von Lilli & Tobis Verlobungshooting. Es ist ein einfacher Moment. Es ist total ungestellt und natürlich passiert. Und zeigt ganz viel Intimität und Zuneigung. Ich liebe dieses Bild.

Im Spotlight: Nadia Meli

Wo siehst du dich in 5 Jahren?
Grundsätzlich mag ich 5 oder 10 Jahrespläne nicht sehr. Obwohl ich von Natur aus eher die Kontrolle brauche und genau wissen muss, was als nächstes kommt, versuche ich dem ein wenig entgegenzuwirken, nicht zu viel zu planen und mich nicht verrückt zu machen. Aber natürlich träume ich vor mich hin. Ich würde gerne in einem warmen Land leben (Sorry Deutschland!) 4 Kinder haben und 1 Pferd. Es wäre einfach toll, meine Arbeit weiter machen zu können, immer noch Spaß daran zu haben. Mal sehen was auf mich zukommt.

Wie lang ist deine Bucket-Liste? Was steht ganz am Anfang und was am Ende?
Es ist mehr ein Topf als eine Liste :). Ich kann gar nicht sagen, was bei mir oben oder unten steht. Es liegt alles in einem wilden Haufen durcheinander rum. Mein Herz schlägt irgendwie für alle meine Träume gleich stark. Und ich würde am liebsten alles gleichzeitig und sofort machen. Im Ausland leben, Wale sehen, ein Buch schreiben…das wären so drei aus meinem Topf.

Wäre es nicht die Fotografie, in welchem anderen Markt würdest du dich sehen?
Als Modedesignerin. Oder Kunstrestaurateur. Oder Schriftstellerin…ach irgendwas Künstlerisches!

Gibt es andere Talente außer der Fotografie, die in dir stecken?
In der Schule war ich ein spezieller Fall: ich war nur in den musischen Fächern gut. Mein Chemielehrer hat mir meine Abitur Ergebnisse mit den Worten überreicht: „Du bist eindeutig einseitig begabt.“ (Die Spalte mit den Naturwissenschaften sah nicht so gut aus :)). Ich liebe alles, was mit Kunst zu tun hat. Ich schreibe gerne und kaufe ständig leere Bücher um sie zu füllen. Wenn ich Zeit habe, greife ich auch zur Gitarre und gebe ein Heimkonzert. Und meine große erste Liebe ist das Zeichnen. Inzwischen mache ich es leider viel zu selten, aber ich liebe es, nur einen Bleistift, ein leeres Blatt Papier und viel Zeit zu haben. Oh und ich kann schwäbisch! :)

Wie würden Freunde dich beschreiben in nur 5 Wörtern?
Die musst du schon selber fragen! :)

Nur drei Wörter von dir?
Ehrlich. Leidenschaftlich. Laut.

Was oder wer ist deine größte Liebe im Leben?
Gott.

Was ist deine größte Angst?
Fliegen! Ich hasse es.

Was findest du, ist total überbewertet?
Titel und Abschlüsse.

Gibt es etwas, worauf du hin sparst?
Eine Reise um die Welt.

Was ist dein Lieblingsstreifen aller Zeiten und welchen hätte man besser nicht ausgestrahlt?
„La vita é bella“ ist mein absoluter Lieblingsfilm. „Keinohrhasen“ fand ich grausam (Nochmal: sorry Deutschland!)

Welchen Musikern könntest du stundenlang zuhören?
Joshua Radin.

Du hättest einen Wunsch frei, was sollte es sein?
Mit meinem Eddy zusammen richtig alt und faltig zu werden.

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12 Kommentare Hinterlasse eine Antwort
  1. Tolles Interview, sehr persönlich und inspirierend :-) Hoffe auf einen baldigen Workshop und viele weitere Inspirationen.
    Lieben Gruß nach Afrika :-)

  2. Danke liebste Patricia für das Interview!!!! So schön gemacht :) Und danke ihr Lieben für’s Lesen und Liebhaben! : )
    Viele Grüße aus Afrika!!! Eure Urlauberin Nadia : )

  3. Wenn ich das lese geht mir das Herz auf. Nadia spricht mir aus der Seele, eine ganz tolle Frau!

  4. Tolles Interview!
    Inspiriert auch dazu weiterzumachen, seinen Weg zu gehen und sich nicht verunsichern zu lassen! :)

    Supa!

    Lg
    S.

  5. Ich war ja schon vorher ganz begeistert von Nadia, aber mit diesen wunderschönen Worten legt sie noch ein Schüppchen drauf. Vielen lieben Dank, Nadia!!

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